von Maria Smyshliaeva
Mit Doppelspitze zum Berliner Pokal.
Zum ersten Mal in der Geschichte des ASV haben beide Frauenmannschaften den Platz Eins und Zwei im Berliner-Pokal-Wettbewerb für sich entscheiden können.
Eigentlich hat man nach dem Saisonende kaum noch Lust in der sommerlichen Hitze große Turniere zu spielen. Aber als der Aufruf von mir kam, haben sich gleich sechs Mädels gemeldet und dem doppelten Einsatz stand nichts mehr im Wege.
Am 30. Juni war es dann soweit. Frühes Aufstehen (am Sonntag) war angesagt, denn das Viertelfinale begann bereits um 10:30 Uhr. Interessanterweise fand an diesem Sonntag auch das Damen Play-Off-Finale der ersten Bundesliga-Mannschaft (Eastside), sodass es sich rund um den Velodrom alles um Tischtennis drehte.
Die Auslosung für das Viertelfinale war nicht die günstigste für beide Mannschaften. Wir mussten gegen die Steglitzer TKK I Damen antreten und die Zweite gegen den Nachwuchs von Eastside. Beide gegnerische Mannschaften gehörten zu den Favoriten. Beim Spielmodus handelte es sich um Modifiziertes Swaythling-Cup-System, wobei am Anfang drei Einzel, dann ein Doppel und danach wieder drei Einzel gespielt werden, bis eine Mannschaft 4 Punkte erreicht hat.
Nach der ersten Einzelrunde gingen wir in 2:1 Führung, die wir mit einem souveränen Doppel (Marika und Maria) festigen konnten. Danach folgten noch zwei erfolgreiche Einzeleinsätze, die den Sieg in das Viertelfinale endgültig besiegelten. Auch unsere Zweite war mit 4:1 sehr erfolgreich.
Nach einer kurzen Pause ging es schon wieder weiter. Dieses Mal haben wir etwas bequemere Gegnerinnen von Siemensstadt, die mit uns in der letzten Saison in der Verbandsoberliga spielten und mit zwei Nachwuchsspielerinnen auftraten. Diese Runde konnten wir mit 4:0 schnell für uns entscheiden. Marika gewann souverän gegen Martens und Andrea gegen die angriffslustige Nummer 3. Auch das Doppel konnten wir mit 3:1 ganz entspannt für uns entscheiden.
Nach dieser Runde und nach dem Sieg von unseren lieben Mädels aus der Zweiten gegen SC Berlin I, die sich etwas überraschend als sehr zähe Gegnerinnen herausstellten und anschließend sogar den dritten Platz gewannen, stand fest, was wir alle befürchtet und herbeigesehnt haben: das finale Spiel gehört uns!
Nach unzähligen Spielen und lästigen Wartezeiten zwischendurch mussten wir unsere letzten Kräfte und unsere mentale Stärke aktivieren, was nicht ganz einfach war. Vor allem nicht, weil wir uns nicht einfach als Gegnerinnen begegneten, sondern durch enge Verbindungen als Freundinnen und Spielkameradinnen.
Nach einer bombastische Begrüßung, in der das „ASV Berlin“ in sechsfacher Ausführung durch die Halle flog, begann der ASV-Krimi. Die erste Runde Marika gegen Anna und Maria gegen Yuki war von Anfang dynamisch und angriffsreich. Anna konnte im erbitterten Kampf im 5 Satz das Spiel für sich entscheiden. Yuki, die bis dahin noch kein Spiel verloren hat, ging zur gleichen Zeit gegen mich sehr souverän in 2:0 Führung, sodass ich mir dringend eine neue Strategie überlegen musste: Satz für Satz, Punkt für Punkt musste ich mir meine Führung zurückholen. Im fünften Satz bei 11:7 konnte ich endlich nach dem Sieg greifen. Ein tolles Spiel, das alle Register unseres beiden Könnens ausgereizt hat. Nun war Andrea gegen Lara an der Reihe die „Schläger zu kreuzen“. Auch hier 5 Sätze, voller wunderbarer Bälle, Emotionen und Überraschungen. Das Spielen auf der Augenhöhe, das uns wieder beflügelt hat, denn… wir sind in hauchdünne Führung gegangen - 2:1.
Das Doppel mit Marika hat unglaublich viel Spaß gemacht, es klappte einfach alles, das Spiel war gewitzt und ging mit 3:0 leicht von der Hand.
In der zweiten Einzelrunde musste Marika gegen Yuki und Andrea gegen Anna antreten. Auch in dieser Runde zwei 5-Sätze Matsches: Marika kämpfte wie eine Löwin mit tollen Angriffsbällen, das Fenster zum Sieg öffnete sich für Yuki etwas früher, aber auch hier war die Führung hauchdünn, wie das Reispapier. Andrea lieferte gleichzeitig ein starkes Spiel gegen Anna, sehr konzentriert und strategisch gerüstet, brachte sie uns den gewünschten 4 Siegespunkt.



Fast um 18 Uhr konnten wir nach einer schönen Siegerehrung unseren Pokal entgegennehmen und anschließend bei Kiri in der Taverna alle zusammen gebührend feiern.
Die ASV-Frauen Doppelspitze hat es noch einmal bewiesen, dass wir mit unserem Kampfgeist, unserem Zusammenhalt und unserer Motivation Vieles erreichen können.
